22.04.2020

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22.04.2020

Schutzschirm für Lieferantenkredite

Der Ausfall von Forderungen ist eine der typischen Krisen- und Insolvenzursachen. Das lässt sich aus vielen Untersuchungen über Krisenursachen von Unternehmen ableiten. „Höhere Gewalt“ – wie die derzeitige Corona-Krise – sind für zahlreiche Unternehmen existenzbedrohend. In Verbindung mit unternehmensinternen Ursachen, wie z. B. Unterschätzung des Liquiditätsbedarfs, führen sie ggf. sogar in die Insolvenz.

Der Ausfall von Forderungen ist in „normalen“ Zeiten nicht selten Krisenursache – in der aktuellen Zeit ist das Risiko von Forderungsausfällen schwer kalkulierbar. Viele Unternehmen sichern dieses Risiko durch eine Debitoren-Kreditversicherung ab. Anfragen in den letzten Wochen führten jedoch häufig zu der Erkenntnis, dass viele Risiken aus Forderungen nicht mehr versicherbar sind.

Aufgrund der Risikoeinschätzung der Kreditversicherer werden die Linien für Warenkreditversicherungen deutlich gekürzt oder sogar vollständig gestrichen. Unternehmen, die nicht bereit sind, nicht versicherbare Risiken aus Forderungen selbst zu tragen, müssen häufig auf Kunden, und damit auf Umsätze und Deckungsbeiträge, verzichten.

In der aktuellen Situation spannt die Bundesregierung gemeinsam mit den Kreditversicherern einen Milliarden-Schutzschirm auf, um Lieferantenkredite deutscher Unternehmen zu sichern. Damit soll insbesondere der Warenverkehr abgesichert werden.

Kreditversicherungen schützen Lieferanten vor Zahlungsausfällen, wenn ein Abnehmer im In- oder Ausland die Rechnung nicht bezahlen kann oder will. Mit Hilfe des Schutzschirms können die Kreditversicherer trotz erheblich gestiegener Ausfallrisiken bestehende Deckungszusagen weiter aufrechterhalten und auch neue übernehmen. Konkret übernimmt der Bund für das Jahr 2020 eine Garantie für Entschädigungszahlungen der Kreditversicherer von bis zu 30 Mrd. EUR. Durch die damit verbundene Hebelwirkung soll die Absicherung eines Geschäftsvolumens in Höhe von rund 400 Mrd. EUR erreicht werden.

Auch die Bonität „gesunder“ Unternehmen kann gefährdet werden, wenn die Kunden in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen. Nach einer Analyse von Creditreform ist die Zahl der Unternehmen mit mangelnder Kreditwürdigkeit allein im März 2020 von 293.000 auf 332.000 gestiegen. Dies sind immerhin 8,7 % aller Unternehmen. Darüber hinaus gibt es noch 248.114 Unternehmen, die als „schwach“ eingestuft werden. Das Risiko von Forderungsverlusten ist bei diesen Unternehmen hoch. Unternehmen mit einer soliden Eigenkapitalbasis können einzelne Forderungsausfälle verkraften, ohne ihre Solvenz zu gefährden.

Auch in der aktuellen Phase gibt es für Unternehmen, die ihr Eigenkapital stärken möchten, Investoren. Wir beraten verschiedene Investoren, die sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten engagieren und Beteiligungen an Unternehmen mit einem soliden Geschäftsmodell suchen.

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