Familiäre Unternehmensnachfolgen

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24.02.2021

CORONA-Auswirkungen begünstigen familiäre Unternehmensnachfolgen

Gesunkene Unternehmenserträge können für Unternehmen und deren Gesellschafter erhebliche Auswirkungen haben. Finanzwirtschaftliche Kennzahlen werden ungünstiger, das Rating verschlechtert sich – viele Unternehmen verlieren den Status „Investment Grade“. Gleichzeitig besteht höherer Kreditbedarf. Erschwerte Unternehmensfinanzierungen und höhere Finanzierungskosten sind die Folge – nicht selten ergeben sich Überschuldung und Insolvenzantragspflicht.

Folglich fallen die Unternehmenswerte nach gängigen Methoden der Unternehmensbewertung – auch die Bewertung im Rahmen familiärer Nachfolgeregelungen.

Für die Ermittlung des Unternehmenswertes, der die Grundlage für die ggf. zu entrichtende Schenkungsteuer ist, kann das vereinfachte Ertragswertverfahren gem. §§ 199 ff BewG herangezogen werden. Dabei werden die Betriebsergebnisse der letzten drei vor dem Bewertungsstichtag abgelaufenen Wirtschaftsjahre unterstellt. Das Ergebnis des laufenden Jahres kann ebenfalls herangezogen werden, wenn dieses für die Herleitung des künftig zu erzielenden Jahresertrags von Bedeutung ist. Die Summe der Betriebsergebnisse ist durch drei zu dividieren und ergibt den Durchschnittsertrag. Das Ergebnis stellt den Jahresertrag dar. Hierauf ist der Kapitalisierungsfaktor von aktuell 13,75x anzuwenden.

Viele Familienunternehmen werden in 2020 und voraussichtlich auch in 2021 erhebliche Ertragseinbußen verzeichnen. Die deshalb gesunkenen Firmenwerte können genutzt werden, um Unternehmensanteile steuerschonend auf Nachfolger zu übertragen. Gelingt es, den Unternehmenswert unter den Höchstbetrag von 26 Mio. EUR zu drücken, besteht die Möglichkeit, den erbschaftsteuerlichen Verschonungsabschlag, der in der Regel 85 % und beim Optionsmodell 100 % ausmacht, zu nutzen.

Unternehmerfamilien können die gesunkenen Unternehmenswerte nutzen, um Betriebsvermögen steuerfrei auf die nächste Generation zu übertragen. Gern werden in dieser Situation auch Eigenkapitalpartner „auf Zeit“ aufgenommen, die die für die weitere Unternehmensentwicklung erforderliche Liquidität zur Verfügung stellen und gleichzeitig Sparringspartner für die Junioren sind.

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